content on demand

Montag, 21. Juli 2008 - Kategorie: Publizieren



Wie schön wäre es, einfach auf den Knopf zu drücken und eine Antwort auf all seine Fragen zu erhalten. Genau das denke ich jedes Mal, wenn ich von einer stundenlangen Recherchereise aus dem Googleland zurückkehre. Denn der entstandene Informationgewinn wiegt den Nervenverlust nur selten auf.

Schon vor geraumer Zeit drängten sich da folgende Überlegungen auf:
  1. Bekanntermaßen investieren Fachverlage schon seit Jahren viel Geld und Energie, um Ihre Datenbestände in XML zu konvertieren und so den befreiten Content in beliebige Medien und Formate ausspielen zu können. Erst letzte Woche hat z.B. Walter de Gruyter sein neues Online-Portal vorgestellt, auf dem die ehemaligen Print-Produkte nicht nur verwebbt, sondern über Verlinkung auch noch mit der Außenwelt verwebt sind.

  2. Gleichzeitig wundert man sich, warum so wenige Verlage den neu gewonnenen XML-Bestand dazu nutzen, die Informationsausgabe zu individualisieren. Denn die großen Verlags-Wälzer haben nicht nur den Nachteil, teuer zu sein (aus Verlagssicht natürlich ein Vorteil), sondern vor allem auch massenhaft Informationen zu liefern, die für den Leser kaum relevant sein dürften. Da die Zeitersparnis heutzutage das wertvollste Gut im Informationsgeschäft sein dürfte, könnten solche Geschäftsmodellee anfällig sein, und Dienste wie getabstact zeigen bereits, wie die Lücken mit schneller Information gefüllt werden können.

  3. Ausgerechnet beim BMWi bin ich dann vor kurzem über eine Seite gestolpert, die der Idee einer „anfragegesteuerten Publikation“ schon recht nahe kommt: Der BMWi-Wegweiser für angehende Unternehmensgründer spuckt nach einigen Angaben zu Person, Standort, Gründungsbereich etc. ein individualisiertes Informationspacket aus. Zugegeben sind die Infos bei genauerem Hinsehen recht grobschlächtig und im Detail wenig hilfreich, aber es geht immerhin in die richtige Richtung.
Denn genau hier könnten Fachverlage möglicherweise neue Aufgaben finden: Die Informationsbestände in kleine Pakete zerhacken und über tags, links & co. jeweils auf die Anfrage zugeschnitten wieder ausspucken. Natürlich nicht frei zugänglich, sondern als ein vom Leser zusammengestellter "content on demand", der dann als "book on demand" oder als digitales Produkt angeboten wird. Wenn sich möglicherweise die ISBN gegen dynamische Inhalte sträubt, könnte das Prinzip immer noch von Unternehmen, Verbänden oder Beratungsstellen aufgegriffen werden, die dann eben eine Broschüre mit Schutzgebühr liefern ...

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