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Corporate - Die besseren Magazine?

Donnerstag, 8. Januar 2009 - Kategorie: Schreiben

Corporate Publishing: MINI-International
Nicht schlecht gestaunt habe ich, als mir vor einigen Wochen ein Freund eine Ausgabe des BMW-Mini-Magazins aus dem Hause Hoffmann & Campe Corporate Publishing mit dem Thema Kyoto zuschickte. Extrem stylisch und hochwertig kommen (je nach Marke) inzwischen viele Unternehmensmagazine daher, doch auch von den Inhalten her stehen einige dieser Mags den konventionellen Verlagsprodukten in nichts mehr nach.

Im besagten Mini-Magazin gab es beispielsweise neben Berichten über Architektur, Streetstyle & Co auch eine Kurzvorstellung des Kyotoer HipHoppers "Halfby" und eine dazugehörige Mix-CD mit Halfby, Rufus, Handsomeboy-Technique etc. - allesamt Künstler des Kyoto-Labels Second Royal, die nach der Implosion der auch hierzulande halbwegs bekannten Pizzicato-Five-Szene eine neue Generation von Independent-Musikern in Japan repräsentieren, fernab des Mainstreams eines Avex-Labels, kurz: die kleine Mix-CD wertet eine Plattensammlung keineswegs ab. Und das nicht über die Spex (sorry, lese ich sowieso nicht), sondern mit Hilfe von BMW. Was soll man davon halten?

Bei früheren Gesprächen mit befreundeten Journalisten war klar: die Unabhängigkeit ist das höchste Gut, und auch die PR-Branche drängte auf unabhängige und glaubwürdige Medien, in denen sie glaubwürdig ihre Botschaften platzieren konnten. Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert. Doch je mehr sich diese Kundenmags weg von den billigen PR-Plattitüden hin zu einem interessanten Themenmag entwickeln, wachsen sie zumindest in Bereichen wie Lifestyle, Kultur u.ä. zu durchaus ernstzunehmenden Medien heran, die eben nicht sofort in den Papierkorb wandern.

Tatsächlich tummeln sich inzwischen von Gruner&Jahr über Burda bis hin zum Süddeutschen Verlag so ziemlich alle größeren Traditionshäuser im lukrativen Corporate-Geschäft, für viele Journalisten ist der Corporate-Bereich inzwischen zum zweiten Standbein geworden und in Fällen wie oben beschrieben muss sich ein Journalist dafür nicht einmal mehr verstecken. In der angespannten Situation kann man solche Möglichkeiten durchaus begrüßen (über Kultur-Sponsoring beschwert sich auch keiner, obwohl es auch dort einige kuriose Geschichten gibt), allerdings darf man - wie übrigens auch in 90% der unabhängigen Medien - eben keinen Enthüllungs-Journalismus erwarten. Und natürlich gibt es nach wie vor viele Projekte, bei denen sich der Journalistenmagen völlig zu Recht umdrehen darf...

Ein paar unsortierte Links:
Mitgliedsliste des Forums Corporate Publishing
CP-Blog von Burda Yukom ( die natürlich ein "konkurrenzloses" Blogroll haben ;-)
CP-Lounge, noch ein Blog...
Keine Informationen dazu gibt's beim DJV.

Thema wird irgendwann nochmal intensiver recherchiert und mit Zahlen unterfüttert...

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