Perlen
Dienstag, 2. Juni 2009 - Kategorie: Schreiben
Hier geht's zu Kap. 1 von Abfall für Auserwählte
Da kam er nun also, der finale K.O.-Schlag, mich streift ein Windhauch „...nun wirst du fallen, wie die Kurse der Börsen...“ das Ende war nah! In dieser winzigen Zeitspanne, in der man die Unausweichlichkeit des Einschlags begreift, verkrampfen die Muskeln und der Geist sucht Erholung: „Ist die Herdplatte aus?“ doch die Tür ist schon zu und der Strand nicht mehr fern, und dort drifte ich hin und beobachte nun, wie die Platte erhitzt und die Skyline zerschmilzt, wie die Türme zerfließen und das Auge erlöst von der Ordnung der Dinge, Ding ing Dng dg ng in Don ...

Bild: Melting Pot
„Ding Dong“ Seismic sprengt mir die Augenlieder, mein Kopf zuckt zurück und ich erwache vor dem Schaltpult meiner Steuerzentrale. „Was war das für ein seltsam fremder Sound“, denke ich noch und muss kurz darauf einen Anflug von Depression herunterkämpfen: es war unser KOM.puter Seismic, der mich so auf eine Direktnachricht über Twitter aufmerksam machte. Das Leben kann einsam sein - und ebenso die Reise durch den Space, denn die Chance eines Direkteinschlags durch einen Tweet dürfte in etwa dem Verhältnis von Sternen zum Raum entsprechen. Eine erfrischende Stimme überleuchtete jedoch den grauen Schweif am Himmel: „vincereardon @louisede Glad to see there are still bold investors willing to start up biotechs in Germany. Read my blog on issue. http://bit.ly/2rhHF“.
Vincereardon, ein bibliophiler Autodidakt aus den fernen Staaten, wie mir das System verriet, doch ich verstand kein Wort. Ich klicke auf den Link und lese einen kurzen Eintrag über die Fortschrittsfeindlichkeit der kreativen Klasse in Deutschland. „Ok, darüber können wir tweeten“, denke ich noch, als mir Feeddemon den Screen mit neuen Headlines zuschmiert: „Medienlese wird eingestellt“, „Rivva auf Sparflamme“ und „Weblin am Ende“. Schweiß perlt auf meiner Stirn, ich knüpfe mein Hemd auf, „verdammt, wie lang hab ich nur an diesem Strand gegammelt?“, der Kühler fährt höher, ich scanne die Systeme und verharre im Schock: „Die Quote überlebender Internet-Start-ups wird sich halbieren", „Deutschland degeneriert in ein Entwicklungsland“, „Internet, Bildungsfeindlichkeit und Intellektuellenhass“, „Internetzensur“, „Dieter Bohlen über das Filesharing“... Ich tupfe mir die Perlen von der Stirn: Wie konnte das nur passieren? Wie konnte sich der Traum in mein Universum hineinfressen? Wie konnte hier nur so urplötzlich dieser Wirbel entstehen?
Und während sich der Wirbel auf meinem Kopf zu einem Sturm der Synapsen vertiefte, just als der Sturm meine Füße vom Boden wegfegte, da streckte ich im Fallen meine Hand nach dem Licht, das uns Antworten versprach, um das Chaos zu lichten, und ich öffnete die Lippen und hörte mich sprechen:
Und der Computer antwortete:
"Wolfram|Alpha isn't sure what to do with your input.”
Fortsetzung folgt…
Da kam er nun also, der finale K.O.-Schlag, mich streift ein Windhauch „...nun wirst du fallen, wie die Kurse der Börsen...“ das Ende war nah! In dieser winzigen Zeitspanne, in der man die Unausweichlichkeit des Einschlags begreift, verkrampfen die Muskeln und der Geist sucht Erholung: „Ist die Herdplatte aus?“ doch die Tür ist schon zu und der Strand nicht mehr fern, und dort drifte ich hin und beobachte nun, wie die Platte erhitzt und die Skyline zerschmilzt, wie die Türme zerfließen und das Auge erlöst von der Ordnung der Dinge, Ding ing Dng dg ng in Don ...

Bild: Melting Pot
„Ding Dong“ Seismic sprengt mir die Augenlieder, mein Kopf zuckt zurück und ich erwache vor dem Schaltpult meiner Steuerzentrale. „Was war das für ein seltsam fremder Sound“, denke ich noch und muss kurz darauf einen Anflug von Depression herunterkämpfen: es war unser KOM.puter Seismic, der mich so auf eine Direktnachricht über Twitter aufmerksam machte. Das Leben kann einsam sein - und ebenso die Reise durch den Space, denn die Chance eines Direkteinschlags durch einen Tweet dürfte in etwa dem Verhältnis von Sternen zum Raum entsprechen. Eine erfrischende Stimme überleuchtete jedoch den grauen Schweif am Himmel: „vincereardon @louisede Glad to see there are still bold investors willing to start up biotechs in Germany. Read my blog on issue. http://bit.ly/2rhHF“.
Vincereardon, ein bibliophiler Autodidakt aus den fernen Staaten, wie mir das System verriet, doch ich verstand kein Wort. Ich klicke auf den Link und lese einen kurzen Eintrag über die Fortschrittsfeindlichkeit der kreativen Klasse in Deutschland. „Ok, darüber können wir tweeten“, denke ich noch, als mir Feeddemon den Screen mit neuen Headlines zuschmiert: „Medienlese wird eingestellt“, „Rivva auf Sparflamme“ und „Weblin am Ende“. Schweiß perlt auf meiner Stirn, ich knüpfe mein Hemd auf, „verdammt, wie lang hab ich nur an diesem Strand gegammelt?“, der Kühler fährt höher, ich scanne die Systeme und verharre im Schock: „Die Quote überlebender Internet-Start-ups wird sich halbieren", „Deutschland degeneriert in ein Entwicklungsland“, „Internet, Bildungsfeindlichkeit und Intellektuellenhass“, „Internetzensur“, „Dieter Bohlen über das Filesharing“... Ich tupfe mir die Perlen von der Stirn: Wie konnte das nur passieren? Wie konnte sich der Traum in mein Universum hineinfressen? Wie konnte hier nur so urplötzlich dieser Wirbel entstehen?
Und während sich der Wirbel auf meinem Kopf zu einem Sturm der Synapsen vertiefte, just als der Sturm meine Füße vom Boden wegfegte, da streckte ich im Fallen meine Hand nach dem Licht, das uns Antworten versprach, um das Chaos zu lichten, und ich öffnete die Lippen und hörte mich sprechen:
Und der Computer antwortete:
"Wolfram|Alpha isn't sure what to do with your input.”
Fortsetzung folgt…






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