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Twitter - Das Ende des Hypes?

Mittwoch, 10. Juni 2009 - Kategorie: Informieren

Da ich meine Leser nicht nur mit Trash-Ergüssen belasten möchte, zwischendurch mal ein kleiner Fach-Beitrag.

Meine Probleme mit Twitter habe ich hier vielfach beschrieben, nun verdichten sich allerdings die Hinweise, dass der Vogel sein Nest doch nicht im Mainstream baut:
  1. Schon vor einiger Zeit hat eine Umfrage den typischen deutschen Twitterer als Medienmacher um die 30 beschrieben. Also kein Mainstream.
  2. Deutsche Startups hat nun eine Umfrage veröffentlicht, wonach immerhin jeder dritte aktive Nutzer Twitter für einen vorübergehenden Hype hält.
  3. Derweil hat Mashable Zahlen veröffentlicht, die vom Ende des phänomenalen Twitter-Wachstum künden.
  4. Schon vor einiger Zeit hatte der Netzökonom berichtet, dass die Anmeldezahlen angesichts der hohen Aufmerksamkeit für Twitter eher zu wünschen übrig lassen und vor allem 60% der angemeldeten Nutzer nicht zurückkehren, also mit Twitter wenig anfangen können.
Trotz meiner kritischen Einstellung wünsche ich Twitter ganz sicher nicht den Untergang, aber man sollte doch versuchen, ein paar Folgerungen daraus zu ziehen:
  1. Wie Mark Drapeau auf O'Reilly feststellt, ist Twitter eben KEINE Kommunikationsplattform, sondern bietet sich eher für knowledge sharing an. Konversation ist schon deshalb kein Erfolgsaspekt für Twitter, weil in naher Zukunft sehr wahrscheinlich viele Twitterer zu Google-Wave abwandern dürften.
  2. Für mich gibt es zwei Erfolgsaspekte, die Twitter als Knowledge-Sharing-Tool vielleicht weiterbringen:
  3. Twitter könnte ein wunderbares Monitoring-Tool sein - "könnte", denn für mich ist es nach wie vor völlig unfassbar, dass es inzwischen zwar hunderte Varianten von Twitterfall gibt, die aufgrund fehlender Duplikatfilterung und Relevanzbewertung jedoch ALLE VOLLKOMMEN UNBRAUCHBAR sind. So lässt sich Information nicht effektiv filtern und "Knowledge" eben auch nicht "sharen".
  4. Twitter hat für mich als Stand-Alone-Lösung kaum eine Zukunft. Es könnte aber im Rahmen des Knowlegde-Sharings eine Rolle spielen, wenn - ähnlich wie bei Friendfeed - die Informationen (Medienberichte, Blogbeiträge etc.) im Fordergrund stehen und sich Twitter als Kommentartool um diese Information rankt.
Dass es bei diesem ganzen Twitter-Gehype und -Gequatsche noch immer zu keinen wirklich sinnvollen Ansätzen gekommen ist, beschreibt für mich übrigens auch die m.E. dramatische Kluft zwischen Digital-Nerds und Normalverbrauchern, die gerade auch wieder Martin Weigert auf Netzwertig thematisiert. Nur helfen da allerdings keine "Missionarstationen" (ohnehin ein seltsames Selbstverständnis), sondern nur Weblösungen, die in ihrem Ergebnis/Nutzen auch die Menschen außerhalb dieses Paralleluniversums überzeugen.

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