Jan (Gast) - 10. Jun, 15:23

Kleine Korrektur: Den Artikel auf netzwertig.com hat Martin Weigert verfasst.

Was aus Twitter wird, weiß ich auch nicht. Eben gerade vor Deinem Beitrag habe ich allerdings Mike Schnoors begeistertes Posting über Twitter gelesen. Das ist schon ein interessanter Kontrast.

Google Wave hat aus meiner Sicht aber auch nicht viel mit Twitter zu tun. Den Zusammenhang sehe ich nicht. Twitter nutze ich, um mal eben Leute auf einen interessanten Link aufmerksam zu machen oder einen Gedanken mitzuteilen. Dafür lege ich keine Wave an und lade dann 800 Leute ein, sie zu lesen und zu kommentieren.

Anders gesagt: Google Wave ist ein Tool für die Zusammenarbeit und den Austausch in einer definierten Gruppe. Twitter ist ein Tool zum Austausch mit einer undefinierten Gruppe. Denn zwar bestimme ich, wem ich folge, bestimme aber nicht, wer meine Nachrichten liest. Im Gegenteil: Je mehr eine Nachricht z.B. durch Retweets verbreitet wird, desto besser.

Die Simplizität von Twitter wurde schon angesprochen. Zudem gibt es unglaublich viele Zusatzdienste und Programme zu vielen Anwendungsfällen. Fotos und Videos zu verbreiten ist da nur die naheliegendste Variante.

quartier-nord - 10. Jun, 16:07

Hi Jan,

danke für den Kommentar und die Korrektur, peinlicher Schnitzer!

Nachtrag: Also, ihr habt schon recht: Wave wird twitter in seiner Funktion nur bedingt das Publikum abspenstig machen, aber wenn bis dahin keine Tools entwickelt sind, wie man die Kernfunktion von Twitter - Linkempfehlungen - sinnvoll nutzt,dann könnte mit dem Hype auch gleich das ganze Twitter verklingen. Lasse die restliche Antwort trotzdem mal stehen...

Zu Twitter vs. Wave: Manche Leute sagen, dass man Twitter "dialogisch" nutzen soll und nicht nur senden, also der Kommunikationsaspekt entscheidend sei. Soweit ich mir wave angeschaut habe, wird dieser Dialog-Aspekt dort jedoch viel besser gelöst.

Bleibt Twitter als digitaler Spaßverein und - du formulierst es etwas anders - Link-Tonne. Die Frage ist: wie nutze ich das sinnvoll? Ich versuche z.B. das Thema "Biotechnologie" durch Linkfilterung über Twitter zu monitoren und das ist definitiv nicht möglich, da hier gute Filter-Tools fehlen. Prinzipiell könnte Twitter jedoch ein ideales Monitoring- und Recherche-Tool sein, da stimme ich mit dir überein (wenn ich dich richtig verstehe). Doch wo sind die Anwendungen???

Zu Tweetrank (Link zum Schnoors-Artikel): sieht super aus und geht als Empfehler-Tool für mich schon in eine gute Richtung. Nur: Leuten oder Tweets zu followen, ist für mich relativ irrelevant, denn mich interessieren eigentlich nur die verlinkten Inhalte und nicht der ganzen Kram, dem man dann automatisch noch followed. Aber gut, da gibt's Überschneidungen und Twitter-Rank ist ein guter Anfang.

Und die Kernfrage bleibt: wieso können sich außerhalb der Online-Media-Junk-Szene so wenige für Twitter begeistern? Oder begnügen "wir" uns künftig mit der Nabelschau und kapseln "uns" vollständig ab? Ich bin in meinem gesamten Freundeskreis der einzige, der die Digital-Fahne mit Imbrunst hochhält, obwohl alle Medienprofis (teilweise sogar Programmierer) sind. Das finde ich heftig. Aber liegt doch irgendwo auch an einer ziemlich weggebeamten Netzboheme?

Nur zur Klarstellung : Ich bin kein Twitter-Hasser, ganz im Gegenteil.

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