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Nachrichten.de weiterdenken - ein Social-Rated-Magazin

Freitag, 11. September 2009 - Kategorie: Informieren

Die meisten haben sicherlich von Burdas Newsaggregator nachrichten.de gehört, der in den nächsten Wochen gelauncht werden soll. Burda hat mit zahlreichen Verlagen Verträge geschlossen und übernimmt Story-Teaser (Snippets) in ihr Aggregationsportal nach noch nicht ganz offengelegten Relevanzkriterien. Die Verlage werden an den Werbeerlösen beteiligt und können sogar ihren kompletten Inhalt freigeben. Das macht Sinn, wenn die Werbeeinnahmen auf Nachrichten.de die eigenen Einnahmen übersteigen. Burda richtet sich mit dem Portal gegen Google News, das eine Menge Geld mit der Aggregation von Medieninhalten der Verlage macht und - so der Vorwurf - nichts abgibt. Allerdings schenkt Google News den Verlagen dafür reichlich Traffic, der wiederum zu klingelnden Kassen führt. Dagegen bleiben die Erwartungen an das neue Portal selbst bei Burda bescheiden. Aber auch bei Google gibt es weitergehende Pläne: Mit Spotlight versucht Google News z.B., über einen Algorhythmus eine Art Qualitätsmagazin zu generieren, zumindest interpretieren andere Spotlight in diese Richtung. Die Frage ist für mich nun, wie sich Burda mit nachrichten.de von der Konkurrenz abheben und das Interesse der Leser wecken kann.



Dazu einige Gedanken: Wie nicht nur ich, sondern auch das ReadWriteWeb-Magazin (siehe recommendation engines) behaupten ;-), werden Relevanzkriterien und Empfehlersysteme ein großer Trend im Web werden. Doch eigentlich haben wir bereits viele funktionierende Empfehler- und Relevanzbewertungssysteme: Social-Media-Netzwerke wie Twitter, Facebook und Co. Und ein Blick auf die Verteilung des Traffics über soziale Netzwerke zeigt, dass gerade etablierte Medien hiervon stark profitieren (nebenbei: Twitter hat auch bei der Trendschau Google als Traffic-Geber überholt). Im Gegensatz zu Google profitieren allerdings diese System derzeit noch nicht davon.

Nun also die Überlegung, wie sich nachrichten.de von der Konkurrenz abheben könnte: Menschen mögen maschinengenerierte Portale nicht unbedingt, fühlen sich dagegen jedoch gut, wenn sie selbst einen Einfluss haben. Wenn Burda also ohnehin über die Inhalte (in Form von Snippets) verfügt, wieso dann nicht den Twitterern und Facebookern die gesamte redaktionelle Kontrolle in die Hand geben und die Magazine über deren Empfehlungen (sprich Links) generieren? Also kein User-Generated-Magazin, sondern ein Social-Rated-Magazin ;-)

Nun gut, das nur als kleine Gedankenübung an einem Freitag Nachmittag.
Jan (Gast) - 11. Sep, 22:56

Zu Google News und Einnahmen

Nur in Bezug auf diese Aussage: "...Google News, das eine Menge Geld mit der Aggregation von Medieninhalten der Verlage macht..."

Es gibt keine einzige Anzeige auf den Seiten von Google News. Ironischerweise gibt es Google AdSense auf Nachrichten.de

Das nur als Anmerkung :-)

Trendschau (Gast) - 12. Sep, 08:49

Hallo Jan, danke, stimmt, das frage ich mich gerade auch und hab nochmal nachgelesen: Burda hat sich nicht auf Google News sondern auf Google insg. bezogen. Wenn man ihn unbedingt verstehen will, meint er wohl den indirekten Mehrwert oder die Steigerung der Attraktivität von Google durch die Aggregation von Verlagsinhalten, laut Google überschätzt er da aber seine Bedeutung. Daher sollte der Beitrag - eher im Sinne von Google - den Verlagen dabei helfen, "erfolgreichere Geschäftsmodelle im Netz zu entwickeln" (Schindler) ;-) Außerdem müsste sich Burda konsequenterweise auch gegen Twitter und Facebook wehren, nur verdienen die ja kein Geld. Mir schwant: eine typisch deutsche Neid-Debatte ;-)

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