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Konzept - personalisierter Reiseführer Web2Print

Donnerstag, 1. Oktober 2009 - Kategorie: Publizieren

Nachdem der Verlagsberater F. Heinold in seinem Blog Web2Print-Lösungen eine Konjunktur nachgesagt hat, die Buchbranche freundlich um neue Geschäftsmodelle für elektronische Produkte bittet und Axel Springer für ein neues Medienprojekt (ok. sollte eher journalistisch ausgerichtet sein) schlappe 500.000 Euro auslobt, ist wohl der Zeitpunkt für eines meiner berüchtigten Startup-Modelle gekommen. Und heute geht's mal um Reiseführer! Zur Einführung:

PS: Sorry, ich hab keine Ahnung mehr, woher die Bilder sind. Urheber bitte melden, falls die raus sollen bzw. damit ich Copyright-Hinweise einbauen kann.

Also: Es geht darum, über ein weltweites, englischsprachiges Blog-(oder Typo3)-Netzwerk lokal und vor Ort Reiseführer zu erstellen. Über das Netzwerk kann sich dann der Leser einen auf seine Interessen abgestimmten Reiseführer zusammenklicken. Das heißt, ein D&G-Traveller klickt sich natürlich auch das Boutiquen-Special für Budapest mit rein, eine Mama das "Family-Special" für Lissabon etc. Über die vollautomatisierte Satztechnik, die das Unternehmen Gogol-Medien z.B. bereits bei den User-Generated-Magazins von MyHeimat einsetzt, können diese personalisierten Reiseführer anschließend in ein Buchformat eingespielt werden und dann über einen PoD-Verlag wie z.B. Tredition bestellt, gedruckt und geliefert werden. Natürlich muss es neben der Web- und der Printversion auch eine Mobile-Anwendung für das I-Phone geben, denn Mobile ist auch im Reisebereich in Zukunft King.
Man sieht also, sämtliche Techniken liegen auf der virtuellen Straße, sie müssen nur sinnvoll verbunden und genutzt werden.

Für die Interessierten noch ein paar Stichpunkte

Medienkonvergenz
Fasst alle Verlage haben in den letzten Jahren Unsummen investiert, um ihre Daten in XML zu konvertieren. XML ist das ideale Format, um Daten in verschiedene Medienformate zu nutzen. Inzwischen sitzen die Verlage auf ihren XML-Daten, nur fallen ihnen leider kaum Produkte ein, die das Potential von XML erschöpfend nutzen. Im Falle von Reiseführern wäre zudem reizvoll, über die Medienkonvergenz auch die verschiedenen Monetarisierungsansätze zu verbinden: Online-Werbung, Premium Account (Mobile) und Print-Verkauf (ggf. ebenfalls mit wechselnden Anzeigenkunden).

Individualisierung
Im Beitrag von F. Heinold gibt es ein paar Beispiele für personalisierte Produkte, z.B. Photobücher oder Kinderbücher, in denen die Namen der Titelhelden gewählt werden können. Meiner Meinung nach ist der Grad der Personalisierung lächerlich im Vergleich zu dem, was mit XML und Web2Print technisch möglich wäre. Reiseführer wären ein guter erster Anfang, um statische Inhalte auch für Print-Produkte zu dynamisieren. Aus meiner Sicht ist die Zeit dafür längst überreif.

Aktualität
Ebenfalls ein großer Vorteil von Web2Print, der bislang überhaupt noch nicht genutzt wird. Gerade Reiseführer leiden unter veralteten Daten, was in der heutigen Welt völlig unnötig erscheint. Wieso hier nichts passiert, ist mir schleierhaft.

Lokal und vor Ort
Ein allgemeiner Trend, der auch im Reiseführermarkt noch nicht so richtig angekommen ist: Die Autoren sind meist nur eine begrenzte Zeit im Land, echte Insider-Tipps und laufende Aktualität ist daher nicht zu erwarten. Der Schritt von InYourPocket, das Know-How von lokal ansässigen Autoren (Expats) zu nutzen, müsste eigentlich viel mehr Nachahmer finden.

Marketing
Der große Haken bei diesem Projekt: Die werbefinanzierte kostenlos-Variante von InYourPocket, die dann über eine hohe Auflage und einem breiten Verteilungsgrad gedeckt wird, fällt natürlich flach. Genauso fällt allerdings die Buchhandelspräsenz klassischer Reiseführer flach. Ob man einen Reiseführer tatsächlich nur über Online-, Social-Media-Kampagnien und ggf. Flyer-Werbung am Point-of-Interest verkaufen kann? Ein Versuch wäre es m.E. wert.

Soweit also mein kostenloser Beitrag zur Rettung der Medienbranche. Ich freue mich natürlich über Diskussionen.

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