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Trendschau schließt die Tore

Mittwoch, 23. Dezember 2009 - Kategorie: Informieren

Liebe Leser,

nach zwei spannenden Jahren mit wenigen, aber dafür interessierten Lesern werde ich die Trendschau künftig ruhen lassen. Kein leichter Abschied, aber die Gründe sind gut: Zum neuen Jahr ein Wechsel in die Festanstellung, der tolle Start vom neuen Blogprojekt "The-do-it-Yourself-Guide to Publishers", in das ich künftig meine primäre Netz-Energie investieren möchte - und schließlich ist in den letzten zwei Jahren die Unterhaltung etwas zu kurz gekommen: Musik, Filme, Fotos, Kunst, Bücher etc. - und dazu gibt es im Netz viel zu entdecken.

Beizeiten werde ich einen Posterous-Blog/Stream einrichten, in dem ich die Fundstücke ohne viel Worte sammele. Bis dahin freue ich mich, möglichst viele Leser beim DIYG wiederzusehen!

Allen ein tolles Fest und einen guten Rutsch!
Sebastian von der Trendschau.

Wave Scratch

Dienstag, 8. Dezember 2009 - Kategorie: Informieren

Google Wave hat gestern den 1 Mio. Invite verschenkt, was Techcrunch wiederum zum Anlass für eine kleine Kritik genommen hat. Denn Techcrunch hat derzeit das gleiche Problem wie vermutlich viele andere auch: Auf der einen Seite gibt es noch kein funktionierendes Alert-System für neue Waves, auf der anderen Seite gibt es noch zu wenige aktive Wave-Nutzer, um den Service permanent (z.B. anstelle der E-Mail) laufen zu lassen. Ich z.B. nutze Wave (trotz Begeisterung) so gut wie gar nicht, da es kaum jemanden zum Waven gibt. Man staune - ich werde sogar meine Wave Invitations (selbst bei Web-Agenturen) kaum los, während mir Google das Invite-Konto immer wieder auffüllt (derzeit noch 11 zu vergeben).

Um für etwas mehr Begeisterung zu sorgen, hier ein schöner kurzer Wave-Scratch for DJ-Lovers, der in 61 Sekunden humorvoll vorführt, was man mit Wave so alles anstellen kann:



Mehr gibt es auf: Techcrunch

Quick & Dirty - Das Beste aus der Trendschau-Konzeptwerkstatt

Sonntag, 29. November 2009 - Kategorie: Informieren

Nachdem Sevenload-Gründer Evsan mit 3-days-to-market ein Mini-Startup in Rekord-Geschwindigkeit realisiert hat, habe auch ich mich hingesetzt, um es ihm gleich zu tun. Zugegeben, da tritt der Klumpfuß gegen die Poleposition an, aber dafür könnt ihr - liebe Mitgründer - gleich aus drei brandheißen Konzepten euer Lieblings-Startup auswählen. Alle sind so, wie ich sie gerne mag: völlig naiv und quick & dirty:

MYtweetMAG
Ganz frisch und ein besonders brandheißes Teil - entsprechend bin ich hier schon in vorsichtigen Gesprächen. Was mir besonders gefällt: Vor zwei Jahren hatte ich analog zu Friendfeed ein Konzept mit ähnlichem Output ausgetüfftelt, das allerdings mit einem dramatischen Aufwand und wohl eher vagen Marktchancen schlechte Karten hatte. Mit MYtweetMAG wird nun alles besser: Minimaler Aufwand sowohl für die Macher, wie auch für die User...


Your Personal City-Guide
Personalisierung, Publish on the Fly, Community-Medien, alles ebenfalls ganz heißer Kram. Und Reiseführer sind aus meiner Sicht der Markt, in dem solche neuen Ansätze den größten Nutzen bringen. Ein Startup, dass sicher nicht in drei Tagen aufzuziehen wäre, sondern eher ein (großes) Groß-Projekt ist. Nichtsdestoweniger very spannend. (Ach ja: mobile, blackberry und iphone sind als Output natürlich auch vorgesehen, in der Präsi aber nicht explizit erwähnt):


Hooks & Filters
Jaja, Hooks & Filters, ich fand den Namen ja so toll. Tatsächlich ist das Konzept auch pfiffig, nur eben ein bisschen überkomplex. Und genau daran leiden schon zu viele neue Tools (siehe wave, friendfeed & co.). Dass solche Ansätze (Informationsfilterung über Gruppen) jedoch grundsätzlich funktionieren, haben - ohne meines Wissens - vor einiger Zeit schon die Gründer von socialmedian bewiesen, und derzeit arbeitet auch Twingly mit seinen Channelz an etwas ähnlichem. Trotzdem würde ich dieses Konzept nicht mehr verfolgen, da ich die zwei vorangegangenen für zeitgemäßer und schlicht besser halte.


So. Ich bedanke mich für's Lesen, wer Interesse, Ideen, Feedbacks oder Feuer gefangen hat, melde sich gern bei mir.

DYIG: Vom RSS-Feed zum PDF-Mag oder E-Book

Dienstag, 24. November 2009 - Kategorie: Informieren

Im Do-It-Yourself-Guide gibt es zwei neue Kurzbeiträge: Der erste stellt vier Tools zur Konvertierung von RSS-Feeds in PDF-Magazine vor, der zweite befasst sich mit fünf Tools zur Wandlung in E-Book-Formate.

Blogst du noch oder Magst du schon?

Freitag, 20. November 2009 - Kategorie: Informieren

Das gesamte Netz befindet sich im Moment aus meiner Sicht in einer sehr spannenden Umbruchsphase: Empfehlersysteme wie Twitter verändern das Informationsverhalten, Aggregationssysteme wie twittertim.es oder rivva zeigen möglicherweise, wie in Zukunft dynamische Portale den Einstieg in die statische Content-Welt vermitteln könnten, und auch bei den statischen Inhalten ist die Experimentierfreude derzeit groß.

Das Smashing-Magazin hat gestern in einem großen Beitrag gezeigt, wie einzelne Blogger versuchen, ihre Inhalte auch gestalterisch zu individualisieren: Jeder Blogpost bekommt dabei ein eigenes Design. Das Blog selbst wird Magazin-ähnlicher und erinnert an klassisches Printlayout, ohne dabei auf die Vorzüge des Netzes zu verzichten. Vor allem für sehr hochwertige Inhalte finde ich das eine spannende Entwicklung, die in Deutschland auch schon das DMIG aufgezeigt hat, allerdings ohne die Individualisierung von Beiträgen:



Die Experimente von Dan Curtis zum Vergleich:



Beispiel für einen Beitrag:



Beispiel für einen zweiten Beitrag:



Klar, das ist die Designer-Brille und für den Leser erst einmal ungewohnt, vielleicht auch nicht so Funktional wie übliche Blogs. Doch wenn in Zukunft der Trend tatsächlich eher zu dynamischen Aggregationsportalen als Einstieg geht, könnte man sich die Freiheiten bei den "statischen Präsenzen" vielleicht erlauben? Eine spannende Experimentiererei ist es auf jeden Fall...

via dem Delicious-Feed von Anmut und Demut

Aktion "Blogstars" und Leserpreis 2009

Dienstag, 17. November 2009 - Kategorie: Informieren

Zwei kleine Aktionen, die hier promoted werden wollen: T3N startet vom 16. bis 23 November die Aktion BL★GST★RS. Gesucht werden deine fünf Lieblings-Blogs und Twitterer zum Thema Entwicklung. Da ich selbst kaum Entwicklerblogs lese, kann ich mich nicht beteiligen, aber angesichts der vielen Preise empfehle ich es gerne weiter:



Die zweite Aktion stammt von Lovely-Books, dort sucht man derzeit einen Kandidat für den Leserpreis 2009. Die Vorschlagliste ist bereits geschlossen, jetzt kann man aus den 860 nominierten Büchern seinem Favouriten noch bis zum 13. Dezember ein Vote schenken. Unter den Stimmabgaben werden dann ein paar Bücherpakete verlost. Hier geht's zur Aktion



Zusatzinfo von Moritz von Lovely-Books:

"Jeden Tag um 17 Uhr geben wir ja die Zwischenergebnisse der Votings im Blog bekannt. Als Dankeschön für die Abstimmung haben wir jetzt sogar noch Sponsoren gefunden, die uns tolle Preise stiften. Die Preise verlosen wir mehrmals wöchentlich unter allen Votingteilnehmern."

Review zu Titelhelden im DIYG

Montag, 16. November 2009 - Kategorie: Informieren

Im DIYG gibt's eine kleine Review zu den "Titelhelden", ein Online-Magazin-Editor der Deutschen Post, meines Wissens der einzige Online-Editor dieser Art. User können auf der Plattform Druckvorlagen für Print-Magazine online und kollaborativ erstellen. Die Titelhelden sind zwar schon ein Jahr alt, wurden aber vor wenigen Wochen einem Relaunch unterzogen. Hier geht's zur Kurz-Revue.

Live-Voting mit Twitter und Power-Point

Montag, 26. Oktober 2009 - Kategorie: Informieren

Vielleicht kennt ihr das Problem: Ihr haltet einen Vortrag, eine Lesung oder sonstwas und würdet gerne ein Live-Feedback einsammeln, das über den üblichen (?) Applaus hinausgeht und auch inhaltliche Anmerkungen erlaubt. Doch welche Tools bieten sich dazu an? Genau diese Frage stellte sich mir, nachdem ich mich am vergangenen Donnerstag erstmals für ein Barcamp (Hamburg) angemeldet hatte und dort eine Session vorschlagen wollte: "Ideenschmiede 140x140": 140 Sekunden für die Vorstellung einer Idee, anschließend 140 Zeichen für das Publikumsfeedback (per Twitter).

Und wer hätte das gedacht: Nach einiger Recherche bin ich tatsächlich auf ein perfektes Tool für solche und ähnliche Live-Sessions gestoßen (ganz unten vorgestellt):

Umfrage-Tools für Twitter
Allgemeine Umfrage-Tools für Twitter gibt es eine ganze Menge: Das bekannteste ist sicher twtpoll.com, über das man mit wenigen Clicks eine Umfrage aufsetzen kann:



Twtpoll greift für die Umfrage selbst jedoch nicht auf Twitter zurück, sondern nutzt twitter nur als Werbetool, um Twitteruser auf die Umfrageseite zu leiten. Die Umfrage selbst findet dann auf twtpoll oder - embedded - einer beliebigen anderen html-Seite über klassische Formulare (Multiple-Choice etc.) statt. Echte Live-Umfragen dürften mit twtpoll eher umständlich sein.

Neben twtpoll gibt es eine Reihe anderer Tools, die ein ähnliches Prinzip verfolgen, zum Beispiel pollpigeon.com oder PollDaddy.com.

Profi-Tool Poll Everywhere
Im Web bin ich nur auf ein einsames Tool gestolpert, dass sich genau auf diese Form der Live-Umfrage konzentriert: Poll Everywhere mit seinem Live Audience Polling. Ich habe die Seite nicht getestet, da sich das Angebot (auch preislich) doch eher an Profis richtet. Dafür bietet es einige Vote-Möglichkeitenl, wie z.B. SMS, Twitter oder direkt per Web. Für größere Konferenzen etc. also sicher perfekt, für den kleinen Hausgebrauch jedoch möglicherweise etwas überdimensioniert:



Live-Voten mit Twitter und Power-Point
Schließlich habe ich dann doch noch ein ganz aktuelles, extrem simples und schlicht geniales Tool für Live-Umfragen gefunden: Im Oktober hat das SAP-Urgestein Timo Elliot eine freie Power-Point Anwendung bzw. schlicht eine um Flash erweiterte PPT-Präsentation als Beta-Version veröffentlicht, über die man sehr einfach diverse vorgefertigte Auswertungscharts nutzen kann. Darunter finden sich Balkendiagramme, Stimmungsmesser, Applaus(Geräusch-)messer etc. Für die Abstimmung selbst greift das Tool auf Tweets und frei festlegbare Codewörter zurück. Besonders schön ist, dass man die Power-Point-Charts beliebig zusammenstellen und nach der Umfrage eben auch abspeichern und verteilen kann (da die Charts live immer wieder neu generiert werden, gehen die Ergebnisse natürlich nach einiger Zeit verloren).

Ich hab mal ein kleines Filmchen gedreht, um die Einfachheit der Anwendung zu demonstrieren. Auch wenn die Ideen-Session beim Barcamp nicht durchkommt, wird sich sicher bald eine Gelegenheit finden, das Tool einzusetzen:



Zur Beschreibung auf der Privatseite von Timo Elliott geht's hier: timoelliott.com, zum Download des Tools geht es hier: sapweb20.com.

Wer noch andere Möglichkeiten kennt: ich freue mich auf Tipps in den Kommentaren...

Empfehleraktion "Ein Herz für Blogs" Teil 2

Freitag, 16. Oktober 2009 - Kategorie: Informieren

Für digitale Schrebergärtner wie mich ist die Aktion "Ein Herz Für Blogs" vom Stylespion immer eine gute Gelegenheit, mal einen Blick über den doch recht eng gesteckten Bloggerzaun zu riskieren. Mal sehen, ob auch ich dazu etwas beitragen kann...



Meine Favblogs möchte ich hier weder erneut vorstellen, noch komplett übergehen, daher hänge ich unten eine kommentarlose Liste an, nachdem ich zuvor ein paar alte und neue "Perlen" vorstelle:

Souvenier aus Tokyo
Wer bei den Peanuts an Charly Brown und Snoopy denkt, vergisst dabei Hideyo & Tsukiko Ito. Eine ganz große Nummer waren die beiden Schwestern in den 60er und 70er Jahren, als Sie mit ihrem Heimat-, Folk- und Bossa-Sound nicht nur die Film-Musik zu Mothra verbrochen haben, sondern - von Caterina Valente entdeckt - an der Seite von Johannes Heesters und Freddy Quinn auch die deutsche Schlagerszene beglückten -- fraglos mit unfassbarem Kitsch. Leider wurde ein Video, dass die beiden unter dem Kölner Dom und im belgischen Viertel der sechziger Jahre zeigt, auf Youtube gelöscht, doch in gut sortierten Plattenläden findet man auch heute noch ab und zu deren Singles, wie eben ein "Souvenier aus Tokyo".

Nun war ich selbst noch nie in Japan, habe mich aber eine zeitlang als Hobby-/Trash-DJ für japanischen Shibuya-, Showa- und Beat-Sound verdingt. Aus dieser Zeit stammen meine ältesten Abos von Blogs, die von drei Expats in Tokyo betrieben werden:

Den subversiven Sinn des Blognamens jeans(-)now(!) habe ich erst nach Monaten (und einem Blick ins Impressum) als jean(-)snow entschlüsselt. Ich selbst verfolge dessen Blog inzwischen zwar nicht mehr, da ein Tokyo-Urlaub in weiter ferne liegt. Wer jedoch einen Tripp dorthin plant, kann sich in diesem Blog über die echten Insider-Tipps der Tokyoter Design-Szene informieren.


Zu den engen Freunden von Jean gehört David Marx, der früher unter neomarxisme und heute unter neojaponisme zu verfolgen ist. David ist Berufsintellektueller und Fundamental-Musik-Kritiker, der - wie so viele - schwer an der Implosion der Shibuya-Szene gelitten hat (deren bekannteste Vertreter Pizzicato Five sind), und einige phantastische Retrospektiven über diese speziell japanische Musikbewegung beisteuerte. Vermutlich auch heute noch sehr lesenswert.


Wesentlich kompromissbereiter in Sachen Musik ist chipple.net, bei dem ich auch heute noch ab und zu auf die agenda schaue, um nicht möglicherweise eine neue, spannende Musikbewegung aus dem fernen Land zu verpassen. Aktuell ist da allerdings - soweit ich sehe - wenig zu befürchten...


Aus dem heimischen Anbau ...

Trotzendorff hat eigentlich gar nicht so übertrieben viele Inhalte in seinem Blog, was ich manchmal bedaure. Das ganze Blog ist jedoch dank der Aufmachung, der tollen Texte und vor allem der Vernetzung in eine mir eher unbekannte Sophisticated-Blogger-Szene ein Quell großer Freude. Leider fehlt mir schlicht die Zeit, mich näher mit dem Umland von Trotzdendorff zu beschäftigen ...


Eines von vielen Blogs, dass in meinem Feedreader schlummert, ohne, dass ich wirklich zum lesen komme, ist die überschaubare Relevanz. Daher kann ich auch garnicht wirklich sagen, ob das Blog gut oder schlecht ist, ich möchte nur sagen, ein Blick zu riskieren muss nicht schaden...


Ebenso verhält es sich mit dem Blog Orange Topic, das zudem designtechnisch eine echt Augenweide ist und auch mit einem recht bunten Themenmix gefällt. Sobald die Technik ausgereifter ist, werde ich mich klonen, um diese ganzen Blogs entsprechend zu würdigen.


Für die allgemeine Netzbildung seien u.a. an's Herz gelegt

Stationäre Aufnahme (Pharma), Upload (Publishing/Netz), bwlzweinull (Medien/Politik/Netz), LeanderWattig (Verlage/Netz), wortgefecht (Marketing/Netz), Hugo E. Martin (Verlage/Netz), Publishing Business (Verlage/Netz), Dr. Weblog (Webdesing/Netz), texto (Wordpress/Netz), Netzwertig (Netz/Netz), Deutsche Startups (Startup/Netz).

Zwei Korrektorenbörsen im Web

Montag, 5. Oktober 2009 - Kategorie: Informieren

Es scheint derzeit Mode zu sein, Text- und Kreativarbeiter mit neuen Auftragsportalen zu beglücken. Zwei dieser Börsen haben nun den bislang noch jungfräulichen Korrektoratsbereich im Blick:

1. mytextguru.com
MyTextguru hat das Prinzip der Übersetzerplattform "Tolingo" auf die Korrektorenbranche übertragen: User können Texte hochladen und einer Kategorie zuordnen, anschließend spuckt die Maschine eine Kostenkalkulation aus. Als ich im August einen Probetext hochgeladen habe, ergab sich ein Honorar von ca. 6,90 pro Normseite. Eine Normseite umfasst laut dem Lektorenverband VFLL ca. 1.500 bis 1.650 Anschläge (also inkl. Leerzeichen), der Verband empflieht 5,30 bis 8,90 pro Normseite (siehe PDF Honorarempfehlungen), falls denn überhaupt nach Normseite und nicht nach Pauschale abgerechnet wird. Textguru liegt also erst einmal im Rahmen der Empfehlungen, was mit Blick auf Dumping-geächtete Auftragsbörsen im SEO-Text-Bereich durchaus erfreulich ist. Es bleibt allerdings beim Textguru die Frage, wie viel Provision der Betreiber einbehält.

Photobucket

Auf welche Lektorenpools die Börse zurückgreift, ist nicht bekannt, so kann man auch über Qualität und Zuverlässigkeit erst einmal keine Vermutungen anstellen. Macher ist ein gewisser Christoph Helmes, der nicht aus der Verlagsbranche kommt, was allerdings kein Hindernis sein muss.

Lektornet
Wie Deutsche Startups gerade meldet, haben zwei Gründer das o.g. Konzept nun noch einmal kopiert und leicht modifiziert ins Rennen geschickt. Das Portal nennt sich "Lektornet", bietet eine "professionelle Schlussredaktion" an und greift laut Eigenaussage auf ein "Pool-Team aus Germanisten und Journalisten" zurück. Ersteres Klingt für mich eher nach Studenten, was aber durchaus auch bei manchen Verlagen usus ist. Die Preise liegen zwischen 5,99 und 12,99, nach den Staffelungsbereichen zu urteilen (Von "Unterhaltung" über "Mode" bis "Special Interest") scheint man eher Magazine und Tageszeitungen im Blick zu haben.

Photobucket

Den Kundennutzen beschreiben die Macher so: "Der Seitenpreis liegt weit unter dem Marktstandard und Ihre Fixkosten für Personal, IT und Redaktionsräume sinken". Na klar, Geiz ist Geil, Dumping allerdings etwas einfallslos, zumal es in diesem Fall auch nicht so ganz stimmt (zumindest im 'Benchmarking' mit dem VFLL). Man könnte es ja auch mal mit Qualität, Flexibilität und Zuverlässigkeit versuchen, und Outsourcing ist in der Branche nun auch nicht mehr ganz neu.

Nun gut, die Portale sind also relativ unspektakuläre "me-too"-Startups, in der von diesen Modellen bislang noch unbelekten Lektoren-Freelancer-Branche allerdings einen Versuch wert. Dass die Portale so spät kommen, mag einen Grund darin haben, dass es
1. keinen Mangel an Lektoren gibt,
2. zwischen Auftraggebern und Lektoren meist ein jahrelanges Arbeitsverhältnis besteht, sprich wenig Fluktuation,
3. es für Dumping in der ohnehin extrem niedrigpreisigen Branche kaum Spielraum gibt.
Aus all diesen Gründen müssen diese Portale schon ein extrem gutes und aktives Marketing betreiben, um Erfolg zu haben...

Wer übrigens einen Lektor oder Korrektor sucht, kann auch schlicht über die Datenbank des VFLL gehen (zugegeben, schlummert in den tiefen Eingeweiden des Netzes), oder das angestammte Portal: lektorat.de bemühen, das sich allerdings seine Einträge bezahlen lässt (oder zumindest ließ), was ich in dieser Branche ebenfalls etwas zweifelhaft finde ...

PS: Schlussredakteur, Korrektor oder Lektor?
1. Korrektoren - korrigieren Texte auf Orthographie, Grammatik und ggf. Stilistik.
2. Schlussredakteure = Korrektoren
3. Lektoren >= Korrektoren (wahlweise mit Schwerpunkt Stilistik): In Buchverlagen nennt man Lektoren auch häufiger Produkt- oder Programmmanager, nicht nur, weil es so schön wichtig klingt, sondern auch, weil Lektoren in Verlagen nur in Ausnahmefällen das Korrektorat übernehmen. Vielmehr initiieren, entwickeln und managen sie Medienprodukte und -programme, erarbeiten also Konzepte, stellen Kalkulationen auf, betreiben Autorenpflege, erstellen Marktanalysen etc. Wissen die meisten Branchenfremden leider nicht ...

Spannend:

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